Neues: aus der Gemeindevertretung     JHV der Feuerwehr: Sülfeld     FF Tönningstedt: Bericht aus der JHV
 

Der Ortsteil Tönningstedt – aus der Geschichte der Gemeinde Sülfeld

Alte Kate am DorfangerDie erste urkundliche Erwähnung des heutigen Ortsteils Tönningstedt der Gemeinde Sülfeld erfolgt im Jahr 1433 im Lübecker Zehntregister als Tunyngstede. Gedeutet wird der Name als Wohnstätte der Leute des Dunno / Tönning. Besiedelt ist diese Gegend aber weitaus früher, erinnert sei nur an die zahlreichen beeindruckenden Hügelgräber an den Hängen des Klingbergs aus der Bronzezeit um 1.600 vor Christi Geburt; ursprünglich gab es hier um den Klingberg ca. 40 Grabanlagen, einige Prachtanlagen kann man heute noch in der benachbarten Grabauer Feldmark finden.

Um 1500 gehört Tönningstedt mit Bargteheide, Delingsdorf, Hammoor, Fischbek, Itzstedt, Neu-Rahlstedt, Hoisbüttel, halb Wilstedt, Tangstedt, Duvenstedt, Mellingstedt und Lemsahl zum Amt Tremsbüttel. Tönningstedt wird als ausgesprochen typisches Rundlingsdorf angelegt, was heute noch recht eindrucksvoll erkennbar ist. Die gegen Ende des letzten Jahrhunderts im Dorf erfolgte Dorferneuerung hat diese alte Dorfstruktur des Bauerndorfes im Kernbereich noch verfestigt.

Durch Heirat im 18. Jahrhundert kommt der holsteinische Landesteil und damit auch Tönningstedt im Amt Tremsbüttel zum russischen Zarenreich. Von nun an trennt die Norderbeste als Beresina die Dörfer Tönningstedt im Amt Tremsbüttel und Sülfeld im Gut Borstel. Von 1979 bis 1987 erfolgt eine groß angelegte Flurbereinigung, die Jahrhunderte überdauerte Feldeinteilung verändert sich nachhaltig. Im Dorf gibt es schon recht früh eine eigene Schule, die noch bis in die 1960 er Jahre im Dorf existent ist, dann besuchen auch die Kinder aus Tönningstedt die neue Dörfergemeinschaftsschule in Sülfeld. Bereits in den 1920 er Jahren errichtet die damalige Gemeinde Tönningstedt am Ortsausgang in Richtung Borstel eine Badeanstalt, sie wird hier noch bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts unterhalten.

Der Hausberg ist mit 78 m Höhe der Klingberg direkt an der Kreisgrenze Segeberg – Stormarn. Im Herbst 1979 beginnt am süd-östlichen Hang der große Ausmaße annehmende Kiesabbau; in der Region regt sich erster Widerstand gegen diese Naturzerstörung. Aber erst als in Folge des Kiesabbaus die HEW dann ab 1991 beabsichtigen, in diesen Löchern am Klingberg langfristig dioxinhaltige Flugasche zu deponieren gründet sich die Aktion Klingberg, die letztendlich diese Deponierung verhindert und für die Einstellung des Kiesabbaus am Klingberg sorgt. Im Rahmen der Umsetzung europäischer Rechtsnormen zur Naturerhaltung und mit europäischen Fördergeldern erwirbt der Gewässerpflegeverband zu Beginn diesen Jahrhunderts weitestgehend die Flächen beidseitig der Norderbeste vom Borsteler Mühlenteich bis zum Grabauer See und gibt sie im Rahmen der künftig extensiven Bewirtschaftung allmählich der Natur zurück.

In diesem Zusammenhang werden aus ökologischen Gründen am 23. März 2006 direkt an der Norderbeste die Reste eines britischen Kampfflugzeuges, einer britischen Gloster Meteor, die dort am 16. Juni 1947 abgestürzt ist, gehoben und damit auch sterbliche Überreste des Piloten James Mason. Er hat durch sein beherztes Handeln eine Katastrophe in den Ortskernen Sülfelds oder Tönningstedts verhindert und fand dabei den Tod.

Erst kürzlich hat der Kreis Segeberg von Borstel bis in die Ortslage Tönningstedt einen kombinierte Geh- und Radweg angelegt. Gesellschaftlicher Mittelpunkt des Dorfes ist heute die hergerichtete Alte Schule, hier hat auch die Freiwillige Feuerwehr ihre Unterkunft, es findet der Freiluftgottesdienst der Kirchengemeinde Sülfeld hier statt, in der umgebauten ehemaligen Schulklasse gibt es öffentliche und private Veranstaltungen, von hier aus werden auch alljährlich die Wettkämpfe des Vogelschießens sowie des Spiels ohne Grenzen auf dem Dorfanger veranstaltet, im Dorf gibt es zudem auch noch Stoltens Gasthof.

Gemeindearchiv Sülfeld
Ulrich Bärwald

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