Bericht: Schulabgänger 2017     Bericht: Innungsbester aus Sülfeld     Bericht: Schüler Vernissage     Bericht: Beitrtäge erhöht     Termin: Spiel ohne Grenzen/Grillfest
 

Sülfeld

Die Gemeinde Sülfeld besteht heute aus den drei Ortsteilen: Sülfeld mit Petersfelde, Borstel und Tönningstedt; 1927 wird Sülfeld mit dem bis dahin eigenständigen Gutsbezirk Borstel zusammengelegt zur Gemeinde Sülfeld, 1936 kommt Tönningstedt als neuer Ortsteil hinzu, Tönningstedt hat vorher keine Beziehung zu Sülfeld, gehörte zum historischen Amtsbezirk Tremsbüttel und ist erst 1908 von der Kirchengemeinde Leezen in die Kirchengemeinde Sülfeld umgepfarrt worden. 1970 verliert die Gemeinde Sülfeld ihre politische Eigenständigkeit und wird mit dem bisherigen Amt Nahe zum neuen Amt Itzstedt zusammengelegt.

Sülfeld

Die Auswertung der archäologischen Funde im Gemeindegebiet können eine Besiedelung des hiesigen Raumes bis in eine Zeit um 13.000 Jahre vor Christi Geburt, Rentierjäger der sogenannten Hamburger Stufe, nachweisen. Ab dem 12. Jahrhundert erfolgen von Hamburg aus die Neubesiedelung des stormarnschen Raumes und damit einhergehend auch die Christianisierung. Mitte des 12. Jahrhunderts wird ausgehend von der Mutterkirche Hamburg in Sülfeld eine der ersten acht Pfarrkirchen errichtet. Mit Bergstedt an der Alster gelegen bildet Sülfeld ein Landesviertel des Gaus Stormarn. Die erste urkundliche Erwähnung Sülfelds datiert aus dem Jahre 1207; Gegenstand dieser Beurkundung ist die Übertragung des Banns der Kirchspiele Sülfeld und Billwerder an den Hamburger Domdekan. Vorher besitzt der Hamburger Dompropst diese Rechte. Mit dem Bann ist ein Bündel von Rechten gemeint, das Archidiakonat. 1207 richtet das Hamburger Domkapitel den Archidiakonatsbezirk des Domdekans ein womit die kirchengeschichtliche Besonderheit Sülfelds ihren Anfang nimmt. Verwendet wird in der Urkunde die Schreibweise Sullevelde, dieser Name wird als Feld am Tümpel oder Feld mit Tümpeln erklärt, auch die Deutung Feld an der Schwelle ist möglich. Die Geschichte des Kirchdorfes Sülfelds ist eng verbunden mit den Geschicken auf Gut Borstel, 1258 erstmals urkundlich erwähnt. Borstel ist als Siedlungsmittelpunkt für den gesamten nordöstlichen Teil des Gaus Stormarn bestimmt. Durch diese Neubesiedlung, verbunden mit der Urbarmachung weiter Feld- und Moorgebiete, geraten die Sülfelder Bauern allmählich in die Leibeigenschaft der Herren auf Borstel, erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts werden sie wieder Freie, als Zeit- und später Erbpächter. Sülfeld ist seit jeher Kirchdorf für die Umgebung, neben der ersten urkundlichen Erwähnung 1207 deuten romanische Bauformen am Kirchengebäude auf eine frühere Errichtung im Dorfkern.

Überregionale Bedeutung erlangt Sülfeld in Verbindung mit dem Alster – (Beste-) Trave – Kanal durch die Ortslage, der 1529 eine schiffbare Passage für Lastkähne zwischen Nord- und Ostsee durch Sülfeld ermöglicht. Aus technischen- und politischen Gründen ist er aber gerade einmal 20 Jahre im Betrieb.

1759 Verkoppelung des Dorffeldes
1818 Anlegung des Friedhofes am Neuen Weg
1867 Postanstalt als Post-Expedition ins Leben gerufen, Botenpost zwischen Bad Oldesloe und Sülfeld
1875 drei Lehrer unterrichten 160 Schüler an der Volksschule
1881 Einrichtung der Hirsch – Apotheke und Drogenhandlung gegenüber der Kirche
1888 im Drei – Kaiser – Jahr wird die Sülfelder Schützengilde gegründet
1891 am 30. Mai vernichtet ein Schadensfeuer elf Gebäude im Ortszentrum, in Folge dieses Schadensereignisses kommt es zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Sülfeld
1894 erfolgt die Gründung der Vereins – Meierei
1898 Gründung des Gemischten Chores Sülfeld
1901 Gründung der Spar- und Darlehenskasse, zwischenzeitlich aufgegangen in die Raiffeisenbank Leezen
1907 am 9. Juni hält der erste Zug der Elmshorn - Barmstedt - Oldesloer Eisenbahn, der EBOE, am neuen Sülfelder Bahnhof
1912 im August brennt die Schule vollständig nieder, ein Neubau entsteht an gleicher Stelle und wird im Dezember 1913 eingeweiht
1920 Gründung des deutsch – völkischen Turnvereins, dem heutigen Sportverein Sülfeld, SVS
1925 gibt es im Dorf eine eigene Badeanstalt am Bahndamm in Richtung Grabau
1933 am 16. Juli 1933 kommt es zur Gründung der gemeinsamem Ortsgruppe Sülfeld-Borstel / Tönningstedt der NSDAP mit gemeinsamer Fahnenweihe des SA – Sturmes 8, Standarte 213
1945 am 5. Mai marschieren englische Truppen durch das Dorf nach dem Krieg werden neue Baugebiete ausgewiesen: Lohkoppel, Wittenkamp, Bestehöhe, Zuckerhut, In der Ecke, Cassburg, An der Bahn, Maschkoppel, Torfredder, Am Alten Alsterkanal
1950er Gründung des Motor- und Sportclubs, MuSClub Sülfeld
1962 Einweihung der neuen Gymnastikhalle
1960er Einführung der staubfreien Müllabfuhr Bau zentraler Ver- und Entsorgungsleitungen: Abwasser, Regenwasser, Trinkwasser, später Erdgas und Breitbandkabel
Inbetriebnahme einer eigenen Kläranlage
Gründung der Volkshochschule, Einrichtung einer Gemeindebücherei
1967 Einweihung der neuen Dörfergemeinschaftsschule, es gibt einen eigenen Schulbus
Bau einer Feierabend – Wohnsiedlung
1968 im Dorf wird vom WDR Köln der Fernsehfilm gedreht: Sülfeld – wo jeder jeden kennt – Anatomie eines Dorfes
1970 Schließung der Meierei
1972 Gründung des Spielmannszuges
1973 Inbetriebnahme des kirchlichen Kindergartens
1973 Einstellung der EBO – Eisenbahnlinie
Gründung des Seniorenclubs Sülfeld
Gründung des Tennis – Clubs Sülfeld
1980er Jahre Durchführung der städtebaulichen Dorferneuerung
1987 am 6. März brennt die ehemalige Gaststätte Kabels Gasthof, später der Schützenhof, danach das Auenland mitten im Dorf nieder
1992 Sanierung des Kirchengebäudes, die beiden Seitenanbauten am Turm werden entfernt, der Turm erhält seine Ursprungsform von 1667
1997 am 9. August erfolgt der Abschluss der erfolgreichen Städtebaulichen Dorferneuerung
1997 Eröffnung des Versorgungszentrums der EDEKA am Neuen Weg
1998 Inbetriebnahme des neuen Kindergartens Beste Freunde
Bau eines Golfplatzes mit Clubhaus zwischen Sülfeld und Petersfelde
2003 / 2004 Sanierung des Pastorates mit Herrichtung der ehemaligen Remise zum Gemeindezentrum sowie Herrichtung der gesamten Außenanlagen
2006 Sanierung des Kirchhofes in der Ortsmitte
Ausbau der Kreisstraße Elmenhorster Chaussee
der Jugendförderverein initiiert das Dokumentarfilmprojekt: Unser Dorf zum Gemeindejubiläum
2007 Sülfeld begeht die 800 - Jahrfeier der Gemeinde
Ausbau der Kreisstraße Neuer Weg

Unter Bürgermeister und Schulverbandsvorsteher Volker Bumann erhält Sülfeld in Trägerschaft des Schulverbandes im Amt Itzstedt eine der ersten Gemeinschaftsschulen im Land, dazu werden am Standort Sülfeld der Schule im Alsterland moderne Fachklassenräume sowie eine eigene Mensa errichtet, dazu Räumlichkeiten für ein eigenes Jugendzentrum sowie Räumlichkeiten für eine Krippe im Zusammenhang mit dem Kindergarten Beste Freunde in der Trägerschaft der Kirchengemeinde Sülfeld.

In diesen Tagen erfolgen die Vorbereitungen der Verlegearbeiten für ein flächendeckendes zukunftsorientiertes Versorgungsnetz mit Glasfaserkabeln für die Breitbandversorgung im gesamten Gemeindegebiet durch das Unternehmen Unser Ortsnetz.

Das Ortsbild hat sich durch Umwidmung alter Gebäude sowie durch neue Wohnungsbauten auf bis dahin anders genutzten Grundstücken nachhaltig gewandelt: auf der Hofstelle Schop gibt es neben der Raiffeisenbank und einem Friseur jetzt Wohnbebauung, die Gastwirtschaft Schützenhof, vormals Kabels Gasthof, das spätere Auenland, ist nach Totalverlust durch Feuer einer Wohnbebauung gewichen, auf der Hofstelle Stolten ist im ehemals ortsbildprägenden landwirtschaftlichen Hofgebäude ein Alten- und Pflegeheim eingerichtet worden, auf der ehemaligen Hofstelle Timm gibt es neben massiver Wohnbebauung eine Physiotherapie, das ehemalige Pastorat in der Oldesloer Straße ist einer Wohnbebauung gewichen, ebenso der Hof des Land- und Gastwirtes Voss später Nüske; in diesen Tagen weicht der ortsbildprägende ehemalige Hof der Land- und Gastwirtschaft Scheel mit seiner Kegelbahn gegenüber der Kirche am Marktplatz einer reinen Wohnbebauung.

Ein Dorf im Wandel……..ein Blick zurück lohnt sich!

Gemeindearchiv Sülfeld
Ulrich Bärwald

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